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Wanderrouten auf Gran Canaria – eine andere Art, die Insel zu entdecken

24 Mar 2023

Gran Canaria ist weit mehr als Sonne und Strand. Die Insel gleicht einem Kontinent im Kleinformat, auf dem schroffe Schluchten, kanarische Kiefernwälder und vulkanische Calderas auf engstem Raum aufeinandertreffen. Wer die Insel erkundet, bleibt jedoch oft auf den Straßen und verpasst dabei ihr weit verzweigtes Netz historischer Wanderwege, die Caminos Reales. Sie führen zu abgelegenen Orten, die mit dem Auto gar nicht erreichbar sind. Zu Fuß erlebt man die Natur ganz anders: den Duft von feuchtem Kiefernadelboden in der Luft, weitab vom Trubel der Küste.


 


In diesem Guide finden Sie die schönsten Wanderrouten auf Gran Canaria für unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, wichtige technische Daten, Informationen zur Anfahrt sowie Tipps für ein rundum gelungenes Wandererlebnis.


 


Die besten Wanderrouten auf Gran Canaria: Natur hautnah erleben


Das weitläufige Wegenetz der Insel offenbart ihre unterschiedlichen Mikroklimata und geologischen Landschaften besonders deutlich. Von markanten Felsformationen auf fast 2.000 Metern Höhe bis zu versteckten Naturbecken zwischen steilen Schluchten – jede Route führt in eine andere Welt.


 


1. Route zum Roque Nublo: das spirituelle Herz der Insel


Panoramaaufnahme von Gran Canaria mit dem Roque Nublo und dem Bentayga im Hintergrund, bei klarem Himmel und dem Teide im Hintergrund


Der Roque Nublo beeindruckt nicht nur durch seine Größe – der rund 80 Meter hohe Felsmonolith war einst eine heilige Kultstätte der Ureinwohner und zählt heute zu den bekanntesten Wahrzeichen Gran Canarias. Er liegt auf mehr als 1.800 Metern Höhe in der Gemeinde Tejeda. Die Wanderung dorthin gehört zu den Erlebnissen, die sich niemand entgehen lassen sollte.


 



  • Technische Daten:


    • Distanz: 4,5 km (Hin- und Rückweg ab dem Parkplatz La Goleta)

    • Höhenmeter bergauf: 160 m

    • Schwierigkeitsgrad: Leicht bis mittelschwer

    • Routenart: Hin- und Rückweg auf derselben Strecke

    • Geschätzte Dauer: 1 Stunde und 45 Minuten


  • Landschaft und Erlebnis: Die Wanderung beginnt zwischen imposanten kanarischen Kiefern, durch deren Kronen das Sonnenlicht in schmalen Streifen bis auf den Weg fällt. Mit zunehmender Steigung wird der Weg steiniger, die Vegetation lichter – bis nur noch nackter, erstarrter Lavaboden übrig bleibt, der in der Sonne fast zu schmelzen scheint. An der Passhöhe von El Nublo frischt der Wind oft auf, und der Blick öffnet sich weit über die Landschaft: die Caldera de Tejeda, der Roque Bentayga und bei klarer Sicht sogar der Teide, der über dem Wolkenmeer auf Teneriffa zu schweben scheint. Am eindrucksvollsten ist der letzte Abschnitt über das Plateau, wo einen die schiere Größe und Stille dieses rund 4,5 Millionen Jahre alten Basaltmassivs fast andächtig werden lässt.

  • Anfahrt und praktische Hinweise: Ausgangspunkt ist der Parkplatz La Goleta, erreichbar über die GC-600 von Tejeda oder Cruz de Tejeda. Wer im Süden der Insel übernachtet, braucht mit dem Auto etwa 60 Minuten über kurvenreiche, aber gut ausgebaute Bergstraßen. Empfehlenswert ist ein Start am frühen Morgen (vor 9:30 Uhr) oder am späten Nachmittag zum Sonnenuntergang – so umgehen Sie auch den stärksten Verkehr und die Parkplatzsuche zu Stoßzeiten. Seit Februar 2025 verlangt das Cabildo de Gran Canaria für den Zugang zum Roque Nublo eine verpflichtende Voranmeldung. Die Genehmigung sollten Sie unbedingt im Voraus beantragen.


 


2. Route durch die Caldera de Bandama: hinab zum vulkanischen Ursprung


Im Nordosten der Insel liegt die Caldera de Bandama, einer der eindrucksvollsten Krater Gran Canarias: rund einen Kilometer im Durchmesser und mehr als 200 Meter tief. Statt auf einen Gipfel führt diese Route hinab, mitten in den erloschenen Vulkan hinein.


 



  • Technische Daten:


    • Distanz: 3 km (Abstieg und Aufstieg ins Kraterinnere)

    • Höhenmeter bergauf: 200 m Gesamtanstieg

    • Schwierigkeitsgrad: Mittelschwer (aufgrund der starken Steigung)

    • Routenart: Rundweg (am Kraterboden) mit einem Hin- und Rückweg für Ab- und Aufstieg

    • Geschätzte Dauer: 1 Stunde und 30 Minuten


  • Landschaft und Erlebnis: Beim Abstieg über schwarzen Vulkansand und -gestein (Picón) wird es spürbar wärmer, weil der Krater den Wind abschirmt. Unten wird es still – der Verkehrslärm ist längst verschwunden, nur gelegentlich ist der Ruf eines Turmfalken zu hören. Am Kraterboden stehen ein altes Siedlerhaus und eine verlassene Weinpresse, umgeben von Mastixsträuchern, kanarischen Palmen und Eukalyptusbäumen. Für den Aufstieg braucht es etwas Kondition: Der lockere, sandige Untergrund macht jeden Schritt anstrengender als erwartet.

  • Anfahrt und praktische Hinweise: Die Caldera liegt nur etwa 20 Autominuten von Las Palmas de Gran Canaria und rund 45 Minuten vom Süden der Insel entfernt. Die Anfahrt erfolgt über die Autobahn GC-1 und anschließend über die GC-802. Parkmöglichkeiten gibt es beim Pico de Bandama oder nahe dem Krater-Eingang. Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Caldera erreichbar, unter anderem mit der Buslinie 311. Für den Abstieg sind Schuhe mit gutem Profil unbedingt empfehlenswert, damit Sie auf dem lockeren Untergrund nicht ausrutschen.


 


3. Naturpark Tamadaba und Charco Azul: vom Kiefernwald zum Meer


Im Nordwesten der Insel liegt der Naturpark Tamadaba, eine der ursprünglichsten und am wenigsten erschlossenen Regionen Gran Canarias. Eine seiner reizvollsten Routen führt nicht durch den Kiefernwald, sondern von der Schlucht direkt hinunter zum Meer: die Wanderung zum Charco Azul.


 



  • Technische Daten (Abschnitt El Risco – Charco Azul):


    • Entfernung: 3,5 km (Hin- und Rückweg)

    • Höhenmeter bergauf: 150 m

    • Schwierigkeitsgrad: Leicht

    • Routenart: Hin- und Rückweg auf derselben Strecke

    • Geschätzte Dauer: 1 Stunde und 15 Minuten


  • Landschaft und Erlebnis: Die Route folgt dem Flussbett des Barranco del Risco, gesäumt von steilen Felswänden und trockenheitsangepasster Vegetation wie Wolfsmilchgewächsen und Kandelaberkakteen. Je näher man dem Meer kommt, desto mehr weicht der trockene Pflanzenduft der Frische von Süßwasser und salziger Meeresluft. Am Ende liegt ein natürliches Becken, in regenreichen Zeiten gespeist von einem kleinen Wasserfall – dunkles Gestein, sattes Grün und türkisfarbenes Wasser laden zum Verweilen ein.

  • Anfahrt und praktische Hinweise: Der Ausgangspunkt liegt im kleinen Ortsteil El Risco an der GC-200 zwischen Agaete und La Aldea de San Nicolás. Am besten eignen sich Winter oder Frühling, einige Wochen nach den Regenfällen, wenn der Wasserstand des Charco Azul am höchsten ist.


4. Rundweg Llanos de la Pez: Wandern zwischen den Gipfeln


Wer eine abwechslungsreiche Bergwanderung mit natürlichem Schatten und Höhenlagen über 1.500 Metern sucht, findet im Gebiet der Llanos de la Pez und der Zentralen Bergkette ideale Bedingungen. Hier wechseln sich flache Abschnitte mit weiten Panoramablicken ab.



  • Technische Daten:


    • Entfernung: 8,5 km

    • Höhenmeter bergauf: 320 m

    • Schwierigkeitsgrad: Mittelschwer

    • Routenart: Rundweg

    • Geschätzte Dauer: 3 Stunden


  • Landschaft und Erlebnis: Der Harzduft der kanarischen Kiefern und das Knirschen trockener Nadeln unter den Schuhen begleiten die gesamte Route. Dank des Schattens bleibt es angenehm kühl – ideal auch an warmen Tagen. Häufig zieht Passatnebel durch die Baumkronen und taucht den Wald in ein fast mystisches Licht, das ihm den Beinamen „verwunschener Wald” eingebracht hat.

  • Anfahrt und praktische Hinweise: Die wichtigste Zufahrt erfolgt über die GC-150 ab Cruz de Tejeda. In der Umgebung gibt es mehrere gut ausgestattete Rastplätze mit Bänken und Kartenmaterial zum inselweiten Wanderwegenetz.


 


Die wichtigsten Routen im schnellen Vergleich


Tabelle für den vergleich von verschiedenen Standorten auf Gran Canaria, um festzulegen welcher Standort in der besten Zone liegt.


Praktischer Guide für Ihre Wanderungen auf Gran Canaria


Wer sich in die Bergwelt Gran Canarias aufmacht, sollte gut vorbereitet sein. Die abwechslungsreiche Topografie lässt Höhe und Wetter innerhalb weniger Kilometer stark schwanken: Aus Sonne an der Küste kann binnen Minuten dichter Nebel in den Bergen werden. Die richtige Ausrüstung und ein Gespür für die Jahreszeiten machen hier den entscheidenden Unterschied.


 


Unverzichtbare Ausrüstung



  • Geeignetes Schuhwerk: Verzichten Sie auf Alltagsschuhe oder Schuhe mit glatter Sohle. Vulkanisches Gestein und Picón sind hart zu den Sohlen und können sehr rutschig sein. Trailrunningschuhe oder knöchelhohe Wanderschuhe mit gutem Profil sind die beste Wahl.

  • Kleidung nach dem Zwiebelprinzip: Bewährt hat sich das Drei-Schichten-Prinzip: ein atmungsaktives Shirt, eine leichte Fleecejacke für höher gelegene Abschnitte und eine wind- und wasserdichte Jacke.

  • Ausreichend trinken und essen: Nehmen Sie mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person mit – anders als etwa in den Alpen gibt es entlang der Wanderwege kaum Trinkwasserquellen. Energiereiche Snacks wie Nüsse, Riegel und Bananen helfen, unterwegs neue Kraft zu tanken.

  • Sonnenschutz: Durch die Höhenlage ist die UV-Strahlung besonders intensiv. Verwenden Sie Sonnenschutz mit LSF 50+, eine Sonnenbrille sowie eine Kappe oder einen Hut.


 


Die beste Jahreszeit zum Wandern



  • Herbst und Winter (Oktober bis März): Diese Monate gelten als ideale Wanderzeit auf der Insel. Nach den ersten Herbstregen färben sich die Schluchten grün, die Temperaturen in den Bergen liegen meist zwischen 16 °C und 22 °C, und die Bedingungen eignen sich hervorragend für längere Wanderungen.

  • Frühling (April bis Juni): Mandel- und Feigenbäume blühen, während die Bergregionen mit dem Gelb der Ginstersträucher und dem Grün der Kiefernwälder ein eindrucksvolles Farbenspiel bieten.

  • Sommer (Juli bis September): Für Wanderungen in den Gipfelregionen ist diese Zeit wegen gelegentlicher Hitzewellen und möglicher Calima – Saharastaub in der Luft – weniger geeignet. Wenn Sie die Insel im Sommer besuchen, starten Sie am besten bei Sonnenaufgang oder wählen schattige Routenabschnitte im Norden.


 


Wo Sie auf Gran Canaria übernachten können, wenn Sie Wandern und Erholung verbinden möchten


Die Wahl der passenden Unterkunft entscheidet mit, ob Sie Wanderungen und einen erholsamen Urlaub wirklich verbinden können. Dank der kurzen Entfernungen auf der Insel können Sie morgens in den Bergen wandern und den Tag am Atlantik ausklingen lassen. Im Folgenden zeigen wir, warum der Süden der Insel für Wanderer eine besonders ausgewogene Ausgangsbasis ist.


 


Das ideale Gleichgewicht zwischen Bergwelt und Erholung am Meer


Eine Unterkunft im Süden der Insel, etwa in Maspalomas oder rund um den Golfplatz, bietet Wanderern aus drei Gründen eine besonders praktische Basis:



  • Zuverlässiges Klima: Im Süden herrschen fast das ganze Jahr über milde Temperaturen und viele Sonnenstunden. Selbst wenn es in den Bergen bewölkt oder kühl ist, können Sie danach am Pool entspannen oder an den Strand gehen.

  • Gute Verkehrsanbindung: Die wichtigsten Straßenverbindungen, darunter die GC-60 zwischen Maspalomas, Fataga, San Bartolomé de Tirajana und den Bergregionen, bringen Sie in weniger als einer Stunde zu vielen Ausgangspunkten beliebter Wanderungen.

  • Erholung nach der Wanderung: Nach einer anspruchsvollen Tour braucht der Körper Zeit zur Regeneration. Die Unterkünfte von Dunas Hotels & Resorts bieten dafür den passenden Rahmen: großzügige Gartenanlagen, Pools und Einrichtungen für Erholung und Wohlbefinden – ideal, um Kraft für den nächsten Wandertag zu sammeln.


 

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