
Jenseits der berühmten Dünen im Süden verbirgt die Insel ihre wilde, authentische Seite – geformt von der Kraft der Vulkane, atlantischem Wind und Jahrhunderten aus Salz und Stein. Der Norden Gran Canarias ist das bestgehütete Geheimnis der Inselbewohner.
Die Route entlang der Nordküste kann durchaus etwas verwirrend sein: Welche Strände eignen sich für Kinder? Wo bricht die beste Welle? Und welche Naturbecken bieten Schutz vor dem offenen Atlantik?
In diesem Guide von Dunas Hotels & Resorts präsentieren wir – als echte Liebhaber unserer Insel – eine vollständige und ungefilterte Liste der Strände im Norden Gran Canarias, entstanden aus der Erfahrung derer, die sie Woche für Woche erleben.
Warum sind die Strände im Norden Gran Canarias so besonders?
Wer die Nordküste der Insel wirklich verstehen möchte, muss das klassische Bild eines Strandes mit weißem Sand hinter sich lassen. Hier hat der unaufhörliche Wellengang des Atlantiks, verstärkt durch die Passatwinde, über Jahrtausende eine einzigartige Küstenlandschaft geformt: schwarze Sandbuchten, Kiesstrände – auf Kanarisch Callao – und spektakuläre Naturbecken, in denen das Wasser mit den Gezeiten ständig erneuert wird.
Im Vergleich zum windgeschützten Süden ist der Norden der Kraft des Atlantiks stärker ausgesetzt. Doch das ist kein Mangel – im Gegenteil: Aus dieser Rauheit sind faszinierende marine Ökosysteme entstanden, und die Küste trägt eine Vitalität in sich, die man spürt, kaum dass man ankommt.
Hinzu kommt eine unverwechselbare Authentizität: Hier gibt es keine Menschenmassen. Stattdessen teilt man den Platz mit einheimischen Familien, die täglich ihre Portion Meer genießen, mit Fischern und Sportlern – mit Menschen, für die dieser Küstenstreifen schlicht zum Leben gehört.
Die 5 besten Strände im Norden Gran Canarias
Von den Außenbezirken Las Palmas de Gran Canarias bis zur Gemeinde La Aldea de San Nicolás zieht sich eine wilde, zerklüftete Küste, an der riesige Klippen wie eine natürliche Mauer die Gezeiten abfangen. Sie haben im Laufe der Zeit Strände geformt, die so unterschiedlich sind wie die Landschaft selbst: schwarzer Sand, Kies, kleine Buchten, Felsformationen und natürliche Meeresbecken.
1. Playa de las Canteras (Las Palmas de Gran Canaria)
Über die Strände im Norden zu sprechen, ohne mit einem der schönsten Stadtstrände Europas zu beginnen, wäre undenkbar. Las Canteras liegt im Herzen der Hauptstadt und ist weit mehr als ein Strand: Auf über drei Kilometern Länge ist er das soziale Zentrum des Stadtlebens – eine Promenade, die morgens von Joggern belebt wird und abends von Familien, die einfach die Abendluft genießen.
Das eigentliche Geheimnis von Las Canteras ist La Barra, ein vulkanisches Riff, das parallel zur Küste verläuft und in rund 200 Metern Entfernung vom Strand liegt. Diese natürliche Barriere wirkt wie ein Wellenbrecher und verwandelt den zentralen und östlichen Strandabschnitt in ein riesiges, ruhiges und kristallklares Naturbecken – ideal für Familien mit Kindern, die hier gefahrlos schwimmen, bunte Fische beobachten oder im hellen Sand spielen können.

Die Anfahrt von einem Hotel im Süden Gran Canarias ist über die Autobahn GC-1 in Richtung Norden problemlos möglich. Da Las Canteras eine urbane Zone ist, empfiehlt es sich, eines der nahegelegenen Parkhäuser zu nutzen, etwa beim Einkaufszentrum Las Arenas oder in der Nähe des Parque Santa Catalina.
Die Promenade ist zu jeder Tageszeit lebendig. Im Bereich La Cicer findet man eine junge, von Surfkultur geprägte Atmosphäre mit vielen Terrassen; wer lieber gut isst, schlendert in Richtung La Puntilla, wo lokale Restaurants typische Gerichte wie Papas arrugadas con mojo oder Calamares saharianos servieren.
2. Playa del Puertillo und Los Charcones
Entlang der Nordstraße GC-2 in Richtung Arucas liegt eine der schönsten Kombinationen der ganzen Küste: ein kleiner Sandstrand und eines der beeindruckendsten natürlichen Meeresbecken der Insel.
Los Charcones, direkt neben El Puertillo gelegen, trägt die Blaue Flagge – ein Zeichen für ausgezeichnete Wasserqualität und ein gesichertes Grundangebot an Infrastruktur. Barrierefreie Zugänge, öffentliche Toiletten, Duschen und ein Rettungsschwimmerposten sind vorhanden. Die von Felsen umgebenen Becken machen den Atlantik auf kontrollierte und sichere Weise erlebbar.
In den felsigen Nischen tummelt sich eine reiche Unterwasserwelt: Mit Maske und Schnorchel kann man Meerbrassen, Sargos und kleine Felsenkrabben beobachten. Und wer zur richtigen Stunde kommt, erlebt Sonnenuntergänge, bei denen die Sonne langsam hinter der Silhouette der Nordhügel versinkt – ein Schauspiel, das sich kaum beschreiben, aber schwer vergessen lässt.
3. Playa de San Felipe
Wer die wildeste Seite der Insel sucht, eine direkte, ungebändigte Verbindung zur Natur, der findet sie hier. San Felipe liegt an der Küste der Gemeinde Santa María de Guía und verändert sein Gesicht mit den Jahreszeiten: Im Sommer liegt mehr Sand frei, im Winter zieht das Meer ihn zurück und legt die Steine bloß.
Die Wellen, die in dieser Gegend brechen, haben einen Ruf unter Surfern und Bodyboardern – sie sind ganzjährig beliebter Anlaufpunkt für Wassersportler. Für ungeübte Schwimmer oder Kinder ist dieser Strand aufgrund des starken Wellengangs und der Strömungen jedoch nicht geeignet.
Wer nach einem Strandtag die Umgebung erkunden möchte, lohnt sich ein kurzer Abstecher zum Cenobio de Valerón: ein spektakuläres Getreidespeichersystem der Ureinwohner der Kanaren, direkt in den Fels einer Steilküste gehauen – eines der eindrucksvollsten archäologischen Zeugnisse der Insel.
4. Playa de Agaete und Las Salinas
Agaete gehört zu den malerischsten Orten der gesamten Insel. Weiße Häuser mit blauen Fensterrahmen, ein majestätisches Tal, das nahtlos ins Meer übergeht – der Ort hat eine Ruhe und Schönheit, die man nicht erzwingen kann.
Am Eingang des Puerto de las Nieves befinden sich die Salinas, ehemalige Salzgärten, die heute in drei miteinander verbundene Naturpools umgewandelt wurden. Betonpfeiler, die an Zinnen erinnern, schützen die Becken vor der offenen See und ermöglichen selbst bei stärkerem Wellengang ein entspanntes Badeerlebnis in klarem, ruhigem Wasser. Treppen führen ins Wasser, Sonnenterrassen laden zum Verweilen ein, und ein Unterwassertunnel verbindet die Becken miteinander – ein spielerisches Detail, das Kindern und Erwachsenen gleichermaßen gefällt.

Nach dem Bad sind es nur wenige Minuten zu Fuß bis zum Puerto de las Nieves. Dort findet man an der Uferpromenade eine Auswahl an Restaurants mit kanarischer Küche: frische Sama oder Abadejo, dazu Escaldón de Gofio und ein Glas Weißwein aus dem Agaete-Tal – ein Mittagessen, das die Erinnerung an diesen Ort vollendet.
5. Playa de Sardina del Norte

Playa de Sardina liegt in einer nach Westen ausgerichteten Bucht, die ihr während des größten Teils des Jahres ungewöhnlich ruhiges, klares und nahezu wellenloses Wasser beschert. Anders als viele Strände im Norden verfügt sie zudem über feinen, goldbraunen Sand. Die Atmosphäre ist maritim und unaufgeregt, weit entfernt von touristischer Betriebsamkeit.
International bekannt ist Sardina del Norte vor allem unter Tauch- und Schnorchelfans. Die Meeresböden, direkt vom Strand oder vom Pier aus erreichbar, bilden einen wahren Unterwassergarten. Mit etwas Glück begegnet man hier Engelhaien (Angelote – einer geschützten und völlig harmlosen Art), Rochen, Oktopussen, Seepferdchen und großen Schwärmen von Brassen. Es ist einer jener Orte, an denen die Stille unter Wasser tiefer wirkt als an Land.
Der Norden Gran Canarias erwartet Sie: Kontraste, die begeistern
Die Strände im Norden Gran Canarias zu erkunden bedeutet, die Seele der Insel zu berühren. Es bedeutet, für einige Stunden die Bequemlichkeit großer Tourismusstrände hinter sich zu lassen und stattdessen in einem Lavabecken zu schwimmen, frischen Fisch in einem echten Fischereihafen zu essen und das Rauschen des Atlantiks zu hören, der gegen die Klippen von Gáldar oder Agaete schlägt.
Nach solch einem Tag erwartet Sie die Wärme und der Komfort unserer Hotels im Süden der Insel – um zur Ruhe zu kommen und die Erinnerungen an Ihr Abenteuer im Norden in Ruhe nachklingen zu lassen.
Wir sehen uns an der Küste.