
Gran Canaria ist weit mehr als ein Strandreiseziel. Für Radsportler gleicht die Insel einem kleinen Kontinent – vielfältig genug, um die eigene Ausdauer ernsthaft herauszufordern, und atemberaubend genug, um jeden Kilometer zu einem Erlebnis zu machen. Wechselnde Mikroklimata, dramatische Anstiege und ein verzweigtes Straßennetz bieten dabei unzählige Möglichkeiten – und verlangen gleichzeitig eine durchdachte Streckenauswahl, die zum eigenen Niveau passt.
Dieser Leitfaden liefert Insider-Wissen aus einheimischer Perspektive. Wir stellen die fünf besten Fahrradrouten Gran Canarias vor, inklusive aller relevanten Daten zu Schwierigkeitsgrad, Fahrtzeit und Anreise. Außerdem erfahren Sie, welche Highlights entlang der Strecken auf Sie warten – und welche Radsportereignisse die Insel im Laufe des Jahres zum Treffpunkt der Szene machen.
Warum gilt Gran Canaria als Mekka des europäischen Radsports?
Um zu verstehen, weshalb die Insel Radfahrer aus aller Welt anzieht, lohnt sich ein Blick hinter die ohnehin schon spektakuläre Kulisse. Erst das Zusammenspiel aus einzigartiger Topografie und der hervorragend ausgebauten Infrastruktur macht Gran Canaria zu einem außergewöhnlichen Ziel für Radsportler.
Wenn im Winter weite Teile Nord- und Mitteleuropas in Kälte, Schnee und Eis versinken, zeigt sich Gran Canaria unbeeindruckt: Die Temperaturen bleiben das ganze Jahr über zwischen 18 °C und 25 °C – dank der Passatwinde und der Kanarenströmung, die wie ein natürlicher Klimaregler wirken.

Das eigentliche Geheimnis der Insel sind jedoch ihre Mikroklimata. Das zentrale Bergmassiv hält die Wolken aus dem Norden zurück und beschert der Südküste nahezu ganzjährig trockene, sonnige Bedingungen. Lange Trainingseinheiten lassen sich so mit einer Planungssicherheit absolvieren, die anderswo kaum zu finden ist – kein ständiger Blick auf den Wetterbericht, kein Improvisieren.
Dazu kommt die Topografie. Gran Canaria ähnelt einer gewaltigen Zitronenpresse mit einer zentralen Spitze, die von tiefen Barrancos (Schluchten) durchzogen wird. Das Ergebnis sind kurvenreiche Bergstraßen und lange Anstiege, die an legendäre Alpen- oder Pyrenäenetappen erinnern – nur dass hier alles auf einer Insel mit 50 km Durchmesser konzentriert ist. Und auch wenn die Beine jammern – so viel Abwechslung bekommt man selten auf einer einzigen Tour.
Die 5 besten Fahrradtouren auf Gran Canaria
Fünf Routen, fünf völlig unterschiedliche Gesichter der Insel. Die folgende Auswahl vereint landschaftliche Schönheit, abwechslungsreiche Streckenprofile und echten sportlichen Anspruch – ob als Trainingsgrundlage oder als Abenteuer für sich. Jede Route erzählt ihre eigene Geschichte. Man muss sie nur fahren.
1. Soria-Herausforderung (Stauseenroute)

Die Soria-Route ist der klassische Einstieg für alle, die den Süden Gran Canarias zum ersten Mal auf dem Rad erkunden. Sie verlangt genug ab, um es zu spüren – aber nicht so viel, dass der Blick für die Umgebung verloren geht.
Technisch unkompliziert aber körperlich herausfordernd, lädt die Strecke dazu ein, sich in Ruhe mit den Straßen, den Anstiegen und dem Inselklima vertraut zu machen. Oben angekommen, weitet sich der Blick über die Berglandschaft des Inselinneren – und wer mag, kehrt in einem der Restaurants rund um Soria ein. Ein würdiger Abschluss nach einem würdigen Anstieg.
Technische Daten: Soria-Herausforderung
Schwierigkeit: Mittel - Schwer
Gesamtdistanz: 45 Kilometer (Hin- und Rückfahrt von der Küste aus)
Höhenmeter (positiv): ungefähr 900 Meter
Dauer: 3,5 bis 4 Stunden
Einstieg: Maspalomas / Playa del Inglés
Die Route beginnt im touristischen Süden und führt zunächst über die GC-500 westwärts nach Arguineguín. Nach einem kurzen Küstenabschnitt mit leicht wechselndem Profil zweigt die Strecke auf die GC-505 ab, die durch das Tal des Barranco de Arguineguín ins Inselinnere führt.
Die ersten 15 Kilometer sind ein langer, sanfter Anstieg mit Steigungen zwischen 2 % und 4 % – genug, um den Rhythmus zu finden, ohne ihn gleich zu verlieren. Die eigentliche Herausforderung beginnt hinter Cercados de Espino: Die Straße wird schmaler, die Steigung klettert auf konstante 7 % bis 8 %, und eindrucksvolle Serpentinen geben diesem Abschnitt seinen Charakter.
Die eigentliche Belohnung wartet am Ende des Anstiegs: der Stausee Soria, der größte Gran Canarias. Eingebettet zwischen Palmhainen und steilen Felswänden wirkt die Szenerie hier beinahe urzeitlich – eine der eindrucksvollsten Landschaften der Insel.
2. Die Auffahrt zum Pico de las Nieves

Wenn die Soria-Route vor allem mit landschaftlichen Reizen punktet, ist der Pico de las Nieves die Herausforderung, von der Rennradfahrer träumen. Der höchste Punkt Gran Canarias zählt zu den anspruchsvollsten Bergauffahrten Spaniens – und verlangt neben guten Beinen auch die passende Übersetzung. Empfohlen wird mindestens ein 34×32.
Technische Daten: Auffahrt zum Pico de las Nieves
Schwierigkeit: Sehr hoch (nur für Trainierte)
Gesamtdistanz: 30 Kilometer (Aufstieg von Ingenio aus)
Höhenmeter (positiv): 1.900 Meter (am Stück)
Dauer: 4,5 bis 5,5 Stunden (gesamte Route)
Einstieg: Ingenio oder Telde (Ost-Aufstieg)
Es gibt mehrere Alternativen, doch die Route von Osten über Ingenio und La Pasadilla hat einen legendären Ruf – zu Recht. Der Anstieg beginnt im historischen Ortskern von Ingenio auf der GC-120. Die ersten Kilometer lassen sich noch zum Einrollen nutzen, doch ab La Pasadilla zeigt die Strecke ihr wahres Gesicht: Steigungen von 15 %, einzelne Rampen mit bis zu 23 %. Was hier wartet, verlangt selbst erfahrenen Fahrern alles ab.
Nach diesem harten Abschnitt trifft die Route auf die GC-130 Richtung Caldera de los Marteles. Die Landschaft wandelt sich: Dichte Kiefernwälder lösen das offene Gelände ab, die Steigung fällt auf rund 6 % zurück – Gelegenheit, etwas Kraft für die letzten Kilometer zu sammeln.
Die Belohnung wartet auf 1.949 Metern. Bei klarer Sicht öffnet sich ein Panorama auf den Roque Nublo und den Teide auf Teneriffa, der oft über einem Wolkenmeer zu schweben scheint. Ein Anblick, für den sich die Strapazen des Aufstiegs mehr als lohnen.
3. Küstenroute im Westen: Agaete – La Aldea
Diese Strecke ist eine Hommage an das Radfahren in seiner ursprünglichsten Form: wilde Landschaften, kaum Verkehr, und rechts der Atlantik so nah, dass man meint, ihn greifen zu können. Die Route verläuft entlang einiger der höchsten Küstenklippen Europas – durch eine der abgelegensten Regionen der Insel.
Technische Daten: Agaete – La Aldea
Schwierigkeit: Mittel
Distanz: 35 Kilometer (nur Hinfahrt)
Höhenmeter (positiv): 1.100 Meter
Dauer: 3 Stunden
Einstieg: Puerto de las Nieves (Agaete)
Ausgangspunkt ist Agaete im Nordwesten. Von dort folgt die Strecke der ehemaligen GC-200, die seit der Eröffnung neuer Tunnel für den motorisierten Verkehr weitgehend den Radfahrern gehört – ein seltener Luxus.
Die Straße wurde wortwörtlich in die Felsen gemeißelt und schlängelt sich in stetigem Auf und Ab über dem Atlantik. Nach mehreren Anstiegen durch das westliche Bergmassiv fällt die Strecke schließlich hinunter ins fruchtbare Tal von La Aldea de San Nicolás. Da dieser Abschnitt stark dem Wind ausgesetzt ist, lohnt ein Blick auf die Wettervorhersage vor der Abfahrt.
Kurz vor La Aldea wartet der Mirador del Balcón – eine über dem Abgrund schwebende Plattform mit Blick auf die zerklüftete Küste. Einer der spektakulärsten Aussichtspunkte des gesamten Archipels. Wer hier nicht anhält, hat etwas verpasst.
4. Das Herz des Radsports: Ayagaures
Wenn die Zeit knapp ist, eine Erholungsseinheit ansteht oder die Form für die großen Anstiege der Insel noch nicht reicht – Ayagaures ist die richtige Wahl. Nicht ohne Grund gehört diese Strecke zu den Favoriten vieler Gäste, die ihren Radurlaub in unserem Radsporthotel auf Gran Canaria verbringen.
Technische Daten: Ayagaures
Schwierigkeit: Leicht - Mittel
Distanz: 28 Kilometer (Rundkurs)
Höhenmeter (positiv): 500 Meter
Dauer: 1,5 bis 2 Stunden
Einstieg: Maspalomas (entlang der GC-504)
Die Tour startet am Suites & Villas by Dunas und folgt der GC-504 ins Inselinnere. Die ersten zehn Kilometer steigen nahezu flach an – vorbei an Obstplantagen und kleinen Anwesen in der trockenen, charakteristischen Landschaft des Südens.
Am Ende des Tals beginnt der anspruchsvollste Abschnitt: ein knapp drei Kilometer langer Anstieg mit rund 6 % Steigung hinauf zum Stausee von Ayagaures. Wer den Pedro-González-Pass erreicht, wird belohnt – mit einer schnellen, technisch abwechslungsreichen Abfahrt durch den Barranco de Fataga zurück Richtung Küste. Training, Landschaft und Fahrspaß in einem.
5. Die Flussroute von Fataga

Diese Route verbindet die trockene, beinahe wüstenhafte Landschaft des Südens mit den grünen Höhenlagen des Inselinneren – und beeindruckt vor allem durch den stetigen Wandel: Farben, Vegetation und Klima verändern sich mit jedem Höhenmeter.
Technische Daten: Flussroute von Fataga
Schwierigkeit: Mittel
Distanz: 52 Kilometer (Hin- und Rückfahrt San Bartolomé)
Höhenmeter (positiv): 1.200 Meter
Dauer: 3,5 bis 4 Stunden
Einstieg: San Fernando de Maspalomas
Der Startpunkt befindet in San Fernando. Über die GC-60 geht es sofort bergauf, hinauf zum Aussichtspunkt Degollada de las Yeguas. Nach diesen ersten sieben Kilometern folgt ein kurzer flacher Abschnitt, bevor eine kleine Abfahrt ins Fataga-Tal führt.
Danach steigt die Straße erneut kontinuierlich an – vorbei an eindrucksvollen Steilklippen und durch das malerische Dorf Fataga, bis die Route schließlich San Bartolomé de Tirajana (Tunte) erreicht. Ein Ort, der das Ende der Strecke markiert und gleichzeitig einen authentischen Einblick ins traditionelle Inselinnere bietet.
Veranstaltungen und Radsport-Events, die Sie nicht verpassen sollten
Das stabile Klima und die hervorragende Infrastruktur Gran Canarias haben ideale Bedingungen für internationale Radsportevents geschaffen – allen voran die Gran Canaria Bike Week, die jedes Jahr Profis und tausende Hobbyfahrer auf die Insel zieht.
Mit über drei Jahrzehnten Geschichte zählt sie zu den traditionsreichsten Etappen-Events der Kanarischen Inseln. Die Veranstaltung findet in der Regel im Dezember statt – genau dann, wenn weite Teile Europas im Wintergrau versinken. Das Programm umfasst verschiedene Zeitfahr- und Etappenformate durch die ikonischsten Landschaften der Insel: Anstiege zum Pico de las Nieves, Passagen durch die Gegend um Soria. Eine Woche, in der Sport, Gemeinschaft und Reiseerlebnis nahtlos ineinander übergehen.
Gran Canaria als Basecamp: Dunas Hotels & Resorts
Wer die Insel als Radsportdestination ernst nimmt, braucht die richtige Unterkunft. Das Suites & Villas by Dunas trägt die Zertifizierung Cycling Friendly Gold und arbeitet eng mit Free Motion zusammen, einem der renommiertesten Radsportdienstleister der Insel. Das Hotel versteht sich als Basecamp – nicht als bloße Übernachtungsmöglichkeit.
Für Radfahrer stehen bereit: eine Bike Station mit sicherer Abstellmöglichkeit, Werkstatt- und Waschbereich, Verleih von Renn-, Mountain- und E-Bikes führender Marken sowie Routenberatung und geführte Touren mit erfahrenen Guides.
Begleitpersonen erwartet ein eigenes Programm: großzügige Suiten und Villen inmitten von Gärten und Poollandschaften, die Nähe zu den Dünen von Maspalomas – alles in ruhiger, familienfreundlicher Atmosphäre.
Weitere Informationen zum Event finden Sie in unserem Artikel: Gran Canaria Bike Week 2026: eine Woche Inselleben auf dem Sattel
Genießen Sie Gran Canaria mit den besten Fahrradrouten
Gran Canaria ist ein Paradies in der Horizontale und Vertikale: von entspannten Fahrten durch Palmentäler bis zu den anspruchsvollsten Bergstrecken Europas. Das verzweigte Straßennetz, die wilde Schönheit der Schluchten und das ganzjährig milde Klima machen die Insel zu einem herausragenden Ziel für Rennradfahrer weltweit.
Wer ein Abenteuer auf zwei Rädern plant, braucht das richtige Basecamp. Komfortable Unterkünfte, echte Erholungsmöglichkeiten und eine auf Sportler abgestimmte Verpflegung sind kein Luxus – sie sind der Unterschied zwischen einem guten und einem unvergesslichen Tag auf dem Bike.
Bei Dunas Hotels & Resorts finden Sie genau das.
Wir sehen uns auf den Straßen der Insel!